PRO LÄNGHOLZ
Historie
2005 – Der Längholzwald wird zum Wirtschaftswald erklärt.
Der „Staatsforstbetrieb“ des Kantons Bern SFB wird zu einem eigenständigen Unternehmen.
Der Längholzwald wird zum Wirtschaftswald erklärt.
2015, Januar – Massiver Holzschlag auf der Seite der Tilleul-Schulen.
Großer Holzeinschlag am Chemin de la Ciblerie. Anwohner des Quartiers sind empört. Große verbliebene Bäume, die isoliert und exponiert stehen, fallen kurz darauf einem Sturm zum Opfer.
Die Pressemitteilung zum Arbeitsbeginn finden Sie hier.
2020 – Umfangreicher Holzeinschlag am Chräjenberg
Der Holzeinschlag von 800 Bäumen am Chräjenberg, zwischen Mâche und den Schulen du Tilleul,
löst Empörung in der Bevölkerung aus. Einige von ihnen waren etwa 120 Jahre alt.
2022, Herbst – Auszeichnung (Martelage) von rund 700 Bäumen im Längholzwald
Rund 700 Bäume werden auf einer Parzelle des Staatsforstbetriebs des Kantons Bern zur Fällung markiert. Experten nehmen Stellung und kritisieren dieses Vorgehen.
Die Unzufriedenheit über diese Markierung wird zum Auslöser für mehrere unkoordinierte Bürgerbewegungen unterschiedlicher Herkunft, wie die Petition „Stoppt den Kahlschlag im Längholz-Wald Brügg“, den Brief von Maria Joos an den Gemeinderat der Stadt Biel oder die Demonstration für das Längholz, bei der hunderte Teilnehmende Lehmgesichter an den Bäumen anbrachten.
2022-2023, Winter – Erste Petition „Stoppt den Kahlschlag im Längholz-Wald Brügg“
Eine erste Petition „Stoppt den Kahlschlag im Längholz-Wald Brügg“ wird von Frau Susanne Claus gegen dieses Vorgehen lanciert.
Die Petition mit 1.300 Unterschriften wird im Januar 2023 an Regierungsrat Christoph Ammann übergeben.
(Für Details zur Petition klicken Sie bitte hier.)
Auf dem untenstehenden Bild ist der Bereich, in dem sich die zu fällenden Bäume befinden, hellrot schraffiert.
2023, 12. März – Demonstration für das Längholz
Eine Gruppe von Bewohnenden des Petit-Marais-Quartiers organisiert eine Demonstration, um zu fordern, dass das Holzschlagprojekt überarbeitet wird und die soziale Rolle des Waldes bei der Planung der Schläge berücksichtigt wird.
Mehrere hundert Personen nehmen an der Veranstaltung teil und fertigen Gesichter aus Lehm an den Bäumen an. Aufgrund der Nähe zur Stadt Biel und der hohen Besucherfrequenz muss die soziale Funktion des Längholzwalds Vorrang vor der wirtschaftlichen Funktion haben.
Die Veranstaltung versteht sich als konstruktiv, und die Organisierenden betonen den Respekt vor der Arbeit der Forstleute.
2023, März – Offener Brief von Maria Joos und 63 Mitunterzeichnenden
Offener Brief von Maria Joos und 63 Mitunterzeichnenden an Erich Fehr, Stadtpräsident von Biel, und Lena Frank, Direktorin für Bau, Energie und Umwelt. Die Bittstellenden fordern sie auf, sich klar für den Längholzwald als Erholungswald einzusetzen.
2023, Mai – Antwort des Bieler Gemeinderates auf den Brief von Frau Joos – die Erholungsfunktion des Längholzwalds wird zur Produktionsfunktion hinzugefügt.
Der Gemeinderat der Stadt Biel betrachtet diesen Brief als Petition, in der er aufgefordert wird, Einfluss auf die Waldbewirtschaftung zu nehmen.
Der Bieler Gemeinderat hält es für unverständlich, dass der Längholzwald als Produktionswald eingestuft ist, und fordert, dass diese Klassifizierung aufgegeben wird.
Im neuen regionalen Waldplan wird die Erholungsfunktion des Längholzwalds zur Produktionsfunktion hinzugefügt.
Dem Bärletwald wird eine Biodiversitätsfunktion zugewiesen.
Eine französische Übersetzung des Briefes (Google Translate) ist hier verfügbar. Das deutsche Original finden Sie hier. Wir laden Sie ein, einen Blick darauf zu werfen!
Den Link zum regionalen Waldplan sowie die interaktive Karte finden Sie hier.
Es ist interessant festzustellen, dass, obwohl es theoretisch möglich ist, Produktionsziele und Erholungsfunktion zu vereinbaren, die geplanten Schläge im Längholz diese beiden Ziele in Konflikt gebracht haben.
2023, Juni – Informationsabende im Tilleul-Quartier
Als Reaktion auf den Widerstand gegen das Holzschlagprojekt und den Ruf einiger Bürger nach Dialog werden vom Amt für Wald und
Naturgefahren (KAWA) zwei Diskussionsabende in der Aula der HEP Bejune organisiert.
Im Anschluss an diese beiden Abende wird eine „Dialoggruppe Längholz-Wald“ gebildet, bestehend aus Mitarbeitenden des Staatsforstbetriebs des Kantons Bern und Bürgern, um über die künftige Bewirtschaftung des Längholzwalds zu diskutieren.
2023, November bis 2024, Oktober – Einrichtung der „Dialoggruppe Längholz-Wald“ durch das KAWA.
Einrichtung der „Dialoggruppe Längholz-Wald“ durch das KAWA. Es handelt sich um eine
informelle und heterogene Gruppe aus Freiwilligen, die an den Geschehnissen im Längholz interessiert sind. Die Mitglieder vertreten verschiedene Perspektiven (Klima, Tiere, Ökosystem, Forstwirtschaft, Holzindustrie, Anwohnende, Waldeigentum, Ökospiritualität, Stadt Biel, Gemeinde Brügg, Schulen und Bildung).
Zwei Moderatorinnen des KAWA, Astrid Frischknecht und Sonja Stalder, koordinieren den
Dialog.
Die Arbeitsgruppe wird sich siebenmal treffen, um über die Bewirtschaftung des Längholzwalds zu diskutieren.
Das Ziel des Dialogs wird wie folgt definiert:
„Der Dialog Längholzwald soll das gegenseitige Verständnis aller
Beteiligten stärken und die Suche nach akzeptablen Lösungen ermöglichen. Ziel ist die
Fortführung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit erhöhter Akzeptanz seitens der
Bevölkerung. Das kantonale Waldgesetz bildet den rechtlichen Rahmen.“
Trotz der in diese Dialoggruppe gesetzten Hoffnungen fällt es den verschiedenen Parteien schwer, sich zu einigen.
Der Bericht der Dialoggruppe wird am 11.11.2024 an Regierungsrat Christoph Ammann übergeben. (Um den Bericht zu lesen, klicken Sie bitte hier!)
Der Staatsforstbetrieb verpflichtet sich schließlich, eine Parzelle von 5 Hektar um den Heidenstein nach dem Modell des Dauerwalds in Zusammenarbeit mit Pro Silva zu bewirtschaften.
Trotz des Versprechens dieser 5 Hektar Dauerwald wird der ursprünglich geplante Schlag (ca. 700 Bäume) nicht grundlegend geändert, sondern auf drei Jahre verteilt.
2024, Mai – Zweite Petition „Für den Erhalt des Erholungswalds Längholz (Biel)“
Eine zweite Petition zum Längholzwald wird mit 1.290 Unterschriften eingereicht.
Wir fordern den Regierungsrat des Kantons Bern auf:
Das Längholz, das zwischen verschiedenen Gemeinden um Biel liegt, prioritär
als Erholungs- und Freizeitort gemäß der kantonalen Strategie zu bewirtschaften.
Das Längholz als Schutzwald mit „klimatischer“ Zweckbestimmung anzuerkennen.
Die Holzentnahme massiv zu reduzieren.
Auf großflächige Schläge zu verzichten und zu einer dauerhaften Waldbewirtschaftung
durch Einzelstammentnahme (Plenterung) überzugehen.
Auf ein dichtes Netz von Rückegassen zu verzichten; den Einsatz von zu schweren
Forstmaschinen (Fällen, Rücken) aufzugeben und Alternativen zur
Holzentnahme über Rückegassen zu prüfen.
Der Text der Petition (auf Französisch und Deutsch) befindet sich hier, ebenso wie der Link zu den entsprechenden Sitzungen des Regierungsrates hier.
Die Originalantwort auf Deutsch ist hier verfügbar, eine französische Google-Übersetzung kann hier eingesehen werden.
2025, März – Umfangreicher Holzeinschlag einer Parzelle in Richtung der Ringe
Am Freitag, den 28. Februar, werden im Wald einige Informationstafeln aufgestellt, die ankündigen, dass am Montag, den 3. März (also 3 Tage später), ein Informationsabend zu den künftigen Eingriffen im Wald stattfinden wird.
Etwa fünfzig Personen erscheinen zu diesem Abend: „Der erste Schlag beginnt übermorgen.“
Die 5 Hektar große Zone, die nach dem Dauerwaldprinzip bewirtschaftet werden soll, wurde nicht definiert.
Die Frist ist zu kurz für eine Reaktion. Nach viel Engagement und mehreren Versuchen eines konstruktiven Dialogs hinterlässt dieses Vorgehen ein Gefühl des Unbehagens. Die Frage wird gestellt: „Ist das eine ehrliche Art und Weise vorzugehen?“
Zwei Tage nach dem Informationsabend beginnen die Fällarbeiten, und die Parzelle (in einem stark frequentierten Bereich des Waldes gelegen) wird nahezu vollständig von ihren Bäumen geräumt.
2025, 18. Mai – Demonstration für den Längholzwald und 3. Petition
Trotz der beruhigenden Antwort auf die 2. Petition ist nach dem Schlag der ersten Parzelle das Fazit klar: Die soziale Funktion dieses Waldstücks wurde nicht berücksichtigt! Eine 3. Petition ist in Vorbereitung.
Die Forderung ist einfach, legitim und ermöglicht es, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Funktionen des Waldes zu vereinen und gleichzeitig eine angemessene Antwort auf die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu bieten: „Wir fordern, dass der Längholzwald nach dem Modell des Dauerwalds bewirtschaftet wird.“
Dieses bewährte Modell wird in anderen Kantonen häufig angewendet und insbesondere im Kanton Zürich für die stadtnahen Wälder genutzt.
Am 18. Mai begleitet eine Demonstration mit dem Titel „SOS Längholzwald“ die Lancierung der 3. Petition. Lehmgesichter werden erneut die Bäume im Längholz schmücken.
Diese Petition wird am 15.10.2025 mit insgesamt 2.000 Unterschriften übergeben. (Text hier ansehen)
2025, 26. November – Ablehnung der 3. Petition
Trotz einer Fülle an Literatur, die den Dauerwald als relevante Antwort auf die Probleme des Klimawandels darstellt, lehnt der Regierungsrat die Petition ab und präzisiert: „Großflächige Maßnahmen werden nicht aufgegeben“.
Siehe Antwort des Regierungsrates. Das deutsche Original ist hier verfügbar und eine französische Google-Übersetzung hier.
